Unsere Chronik

 

Im Jahr 1838 beantragte Matthäus Thurnher beim k.u.k. Landgericht Dornbirn die Konzession zum Getränkehandel. Somit kann 1838 als das eigentliche Gründungsjahr unseres Unternehmens gelten.

Matthäus, geboren am 28. August 1792 in Knie bei Haselstauden, war von Beruf Glaser und Zimmermann. Seine Lehre absolvierte er bei Meister Johann Winsauer „auf Knüh“, wie aus einer Bescheinigung seiner Zunft aus dem Jahr 1829 hervorgeht, die ihm auf Antrag zur selbständigen Berufsausübung ausgestellt wurde. Im Jahr 1840 beantragte der „Glashändler“ Matthäus Thurnher die Baugenehmigung für ein Haus mit Scheune. Heute befindet sich der Firmensitz in der Marktstraße.

Beim Bau der Jennenkapelle arbeitete er eng mit Franz Pfanner, dem damaligen Haselstaudener Auslegerpriester und späteren Trappistenabt, zusammen, mit dem er bis zu seinem Tod in Briefwechsel stand. Auch die großen Fenster der neuen Hatlkirche, deren Einbau er im hohen Alter von 74 Jahren persönlich überwachte, stiftete er.

Seinen Neffen Johannes, der als Kleinkind seine Eltern verloren hatte, nahm er früh in seinen Haushalt auf. Geboren am 10. Dezember 1838, ebenfalls auf dem Knie, besuchte er zunächst die Volksschule in Haselstauden, dann die zweiklassige Unterrealschule in Dornbirn und schließlich eine Handelsschule in Lindau.

 

Anschließend stieg er als Buchhalter in das Geschäft seines unverheirateten Onkels ein. Dieses hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits zu einem der bedeutendsten Weingroßhändler des Landes entwickelt.
Bedenkt man, dass es zur Zeit der Firmengründung in der Donaumonarchie, abgesehen von der Pferdeeisenbahn zwischen Linz und Budweis, kaum Eisenbahnen gab und die Straße über den Arlberg erst in den 1820er Jahren vom Saumpfad zur Straße ausgebaut wurde, kann man sich vorstellen, wie schwierig es damals war, umfangreiche Geschäfte zu betreiben. Es wird berichtet, dass Onkel Mathäus ein- bis zweimal jährlich, teilweise zu Fuß, nach Ungarn reiste, um echten Tokajer zu kaufen.

 

Johannes Thurnher konnte sich nur relativ kurz ganz dem Geschäft widmen, baute es aber kontinuierlich aus. Schon in jungen Jahren engagierte er sich politisch. Er wurde in den Dornbirner Gemeinderat gewählt, saß im Vorarlberger Landtag und war von 1874 bis 1891 Reichsrat in Wien. Johannes Thurnher engagierte sich in der Presse. Viele ältere Dornbirner erinnern sich noch gut an die Erzählungen ihrer Mütter vom Besuch der privaten Mädchenschule „Amalienhof“. Diese Einrichtung wurde um 1890 von Johannes Thurnher gegründet und nach seiner ersten Frau benannt. Zehn Kinder gingen aus der Familie hervor. Einige starben bereits im frühen Kindesalter, ein Sohn fiel als Offizier im Ersten Weltkrieg, während Konrad Feldpfarrer in Südtirol und anschließend bis zu seinem Tod als Kasernenpfarrer in Wien tätig war.

Der Betrieb wurde in alter Tradition von den Geschwistern Maria, Remigius und Stanislaus weitergeführt. Da Stanislaus‘ Sohn Pius Thurnher Priester wurde, übernahm nach dem Krieg seine Schwester Ludovika den Betrieb. Gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang Hengl renovierten sie in mehreren Phasen das Hauptgebäude in der Marktstraße, und 1980 wurde für das Weingut ein Neubau in der Bockackerstraße erworben.

Ende der 1980er Jahre übernahmen Michaele Moosbrugger-Hengl und Johannes Hengl gemeinsam die Geschäftsführung. 2010 kam es zur Aufspaltung des Unternehmens: Michaele Moosbrugger und ihr Mann Harald übernahmen das Geschäft in der Marktstraße, das seitdem unter dem Namen „Moses “ firmierte. Johannes und Ruth Hengl führten gemeinsam die Weinhandlung in der Bockackerstraße 13 unter dem Firmennamen „Johannes Thurnher“.

 



Mit Juli 2025 haben Roman Ender und Winzer Josef Hornstein den Betrieb übernommen. Mit einem erlesenen Weinsortiment abseits des Mainstreams und kundenorientiertem Service wird die Vorarlberger Weinlandschaft belebt. Unter der neuen Leitung bleibt die Weinhandlung ihren Wurzeln auch in Zukunft treu: familiär, bodenständig, zuverlässig.

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